Ein Podenco für mich?    -     podencogeeignet?
Herkunft:
Die Rasse Podenco gehört zu den Urtypen der Hunderassen. Man sagt auch, dass sie zu den ältesten Hunderassen der Welt zählt. Der Ursprung des Podenco wird im alten Ägypten vermutet. Einer seiner Vorfahren war der Kelb tal-Fenek aus Malta. Die Ähnlichkeit mediterraner Windhunde zu dem Pharaonenhund und dem Cineco d‘ell Etna ist eindeutig. Die heutigen Ursprungsländer des Podenco sind Spanien, mit den Balearen und Kanaren und Portugal. Hier lebt er in einem Klima, welches breitengradmäßig mit dem Ägyptens vergleichbar ist.

Beschreibung:
Die Schulterhöhe liegt zwischen 30 bis zu über 70 cm - je nach Podencorasse, die Farben reichen von ganz weiß, weiß/braun gefleckt, braun/weiß gefleckt über ganz braun bis zu braun mit weißen Blessen, durch die Einkreuzung des Greyhounds sind Podencos gelegentlich auch in schwarz anzutreffen. Er ist sehr schlank und muskulös. Sein Markenzeichen sind u. a. seine großen, stehenden Ohren. Sein Fell ist kurz oder auch struppig (Rauhaarpodenco). Aufgrund seines kurzen Haarkleids, der fehlenden Unterwolle und des deutlich geringeren Unterhautfettgewebes kommt es im Winter in Deutschland oft vor, dass die Hunde  mächtig frieren. Ein „Mäntelchen“ ist dann angebracht.
Die Haupt-Podencorassen sind unterteilt nach ihrer Herkunftsregion. So gibt es den Podenco Canario (Kanaren), Podenco Ibicenco (Ibiza), Podenco Andaluz (Andalusien) und den Podenco portugues (Portugal, in 3 Größen, meist rauhaarig).

Verwendung:
Ihre hauptsächliche Verwendung finden diese Hunde in der Kaninchenjagd. Nur dazu werden sie gezüchtet. Sie sind aufgrund ihrer hervorragend ausgeprägten Ohren, Nase und Augen und ihrer Anpassungsfähigkeit an Klima und Boden beliebte Begleiter der Jäger. Der Podenco wird überwiegend in der Meute eingesetzt, meist nur Hündinnen und dazu ein Rüde. Im hohen Gras oder Buschwerk orientieren sich die Hunde mit teilweise hohen Sprüngen, bis sie ein Kaninchen aufgespürt haben. Das Versteck wird von der Meute eingekreist und ein Hund springt zum Fang der Beute vor. Seine Besonderheit, die Beute lebend zu apportieren und dem Jäger vor die Füße zu legen, macht ihn zu einem aufregenden Begleiter.

Podencos in Spanien:
Die spanischen Jäger besitzen in der Regel meist mehrere Podencos, die eingepfercht in kleinen Ställen, Zwingern oder an Ketten tagelang ohne Wasser und Futter gehalten werden, denn nur ein durstiger und hungriger Podenco ist ein guter Kaninchenjäger. Taugt ein Podenco nicht mehr zur Jagd oder Zucht, wird er sehr oft ausgesetzt, auf brutalste Weise erschlagen, erwürgt, erhängt, ertränkt oder im günstigsten Fall erschossen. Nach jeder Jagdsaison wird nach Gewinnern und Verlierern aussortiert, getötet oder ausgesetzt, zum Sterben verurteilt. Viele der Podencos werden auch in Tötungsstationen abgegeben. Jedes Jahr erleiden Tausende Podencos  dieses traurige Schicksal. Wenn die Hunde viel Glück haben, landen sie in einem Tierheim der Tierschützer vor Ort, wo zunächst die medizinischen Voraussetzungen für ein späteres, besseres Leben dieser Geschöpfe geschaffen werden kann.

Charakter:
In den richtigen Händen, bei Menschen, die bereit sind, mit Geduld und Aufmerksamkeit auf das Wesen dieses äußerst sensiblen Hundes einzugehen, ist es ein Traumhund. Ihr Wesen ist sanft, duldsam und sensibel. Ein Podenco kann ein ausgesprochen toller Familienhund sein, denn er neigt wahrlich zu keinerlei Aggression, ist liebevoll, außergewöhnlich zärtlich, auch Kindern gegenüber freundlich, verschmust, pflegt sich gerne selbst, indem er sich stundenlang leckt (was wiederum etwas katzenhaftes hat, genauso wie seine gelegentliche Sturheit, manchmal wirkt er geradezu gleichgültig), ist im Hause angenehm und ruhig und absolut kein Kläffer. 
Schmusestunden und Körperkontakt sind ein Muss für die Seele des Podencos, diese holt er sich jedoch selbst. In der Regel bestimmt er, wann er mit seinen Menschen schmusen oder Kontakt haben möchte. Zu etwas zwingen lässt er sich eigentlich nicht. Da kommt wieder seine große Eigenständigkeit zum tragen.
Gehorsam allerdings lässt sich bei ihm nicht erzwingen, ein Podenco ist eben nicht nur sanft, sondern auch sehr selbständig und benötigt einen gewissen Freiraum. Er wird oftmals nie auf das 1. Wort hören. In seinem Handeln sieht er immer Sinn und Zweck seines Tuns. Man muss sich als Podenco-Halter schon etwas einfallen lassen, um ihm gerecht zu werden. 
Die Lauffreudigkeit und der Bewegungsdrang dieser Hunderasse ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Einen Podenco kann man nicht mit einem kleinen Spaziergang um den Häuserblock zufriedenstellen. Mindestens 1-2 Stunden Auslauf am Tag sollte man ihm schon gönnen. Er liebt Abwechslung und Beschäftigung, er ist verspielt und bleibt dies auch bis ins hohe Alter. Podencos lieben es, schnell und ausdauernd zu laufen, auch ausgedehnte Sprints und Verfolgungsrennen auf großen, möglichst eingezäunten Freilaufflächen gehören im Freien zu den Lieblingsbeschäftigungen der Podencos.
Auch Freilauf ohne Leine ist durchaus bei diesem hochintelligenten Hund durch konsequentes Training möglich, nur in wildreichen Gebieten gehört (nicht nur) ein Podenco an die Leine.
Sie glauben gar nicht, wie ruhig sich der Hund bei genügend Auslauf in der Wohnung/im Haus verhält. Er zieht sich dann in seine „stille Ecke“ zurück, um ein paar Stunden zu ruhen oder zu schlafen. Diese Möglichkeit sollte man ihm auf jeden Fall gewähren, sonst könnte der Podenco eine Unzufriedenheit an den Tag legen, die Sie in Erstaunen versetzt. Innenarchitektur gehört dann u.U. zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Der Lieblingsplatz zum Schlafen ist das Sofa. Der Podenco liegt eben für sein Leben gerne erhöht und natürlich bequem. Dort fühlt er sich „sauwohl“ und hält in der Wohnung mehrere Stunden am Tag seine Siesta ab. 
Podencos sind wesensmäßig anders als andere Hunde – ein wilder Urhund mit dem Gemüt eines Engelchens. Da muss man als Halter auch schon mal zu einem Gespräch mit seinem Hund bereit sein. Erziehung bedeutet beim Podenco: Diplomatie, Geduld und Überredungskunst. 
Bevor man sich einen Podenco als Gefährten ins Haus nimmt, sollte man alles vergessen, was man je meinte, über Hunde und dessen Erziehung zu wissen.
Podencos wollen nicht gegängelt bzw. mit Befehlston und lauter Stimme angesprochen werden, ständig an der kurzen Leine geführt werden und unterbeschäftigt sein. Wer versuchen sollte, den Podenco mit Zwang, Strenge oder Schläge zu „erziehen“ oder ihm gewaltsam seine Jagdleidenschaft austreiben will, wird ihn seiner Seele berauben und ihn innerlich zerstören.