Ein Bretone für mich?   -   bretonengeeignet?

Bretonen sind Jagdhunde, und sie haben meistens Jagdtrieb.

 Wie bereits angeführt haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diese Hunde zu retten, aber wir wollen auch zukünftigen Bretonenbesitzern mit Rat und Tat zur Seite stehen, auch nach einer Vermittlung lassen wir Sie nicht alleine.

Bretonen wurden - wie viele andere Gebrauchshunde (z.B. Bordercollies, Aussies, Vizlas etc.) auf Arbeit gezüchtet. Sie brauchen Beschäftigung, denn sonst beschäftigen sie sich selber.

Bevor Sie sich nun verschreckt von diesen Hunden abwenden, lesen Sie bitte weiter.

Selbstverständlich gibt es auch unter den Bretonen ruhigere Vertreter, wir vermitteln ja auch Tiere, die schon etwas älter sind. Allerdings hat auch ein älterer Bretone einen großen Bewegungsdrang. Wenn Sie einen Bretonen körperlich und geistig auslasten, sind sie zu Hause ruhige Mitbewohner, die - wie viele andere Hunde - einen großen Teil des Tages verschlafen. Es gibt Tierschutzorganisationen, die Bretonen nur an Menschen mit Haus und Garten vermitteln und auch verlangen, dass die neuen Halter den Hund nicht alleine lassen. Dies wäre zwar generell schön, aber ist für uns keine  zwingende Bedingung. Hat der Hund die passende Auslastung, fühlt er sich auch in einer Wohnung wohl und auch ein paar Stunden alleine sein, soll der Hund aushalten können. Dies muss sich selbstverständlich, zum Wohle von Mensch, Hund und Wohnung, im absolutem Rahmen halten.

Ohne nun zu generalisieren, zwei Stunden wirkliche Bewegung müssen Sie Ihrem neuen Bewohner täglich mindestens gönnen. Pippirunden zählen nicht. Verbinden Sie die körperliche Bewegung mit Kopfarbeit, z.B. Leckerchensuchen, Gehorsamsübungen, Tricks.

Der Besuch einer guten Hundeschule ist zumindest anfänglich ratsam.

Sportliche Menschen, die gerne joggen oder Fahrrad fahren, haben im Bretonen einen Begleiter, der ihre körperliche Fitness mit Sicherheit nach oben schraubt. Auch als Reitbegleithund eignet sich der Bretone.

Bretonen sind hochintelligent und lernen extrem schnell. Einige setzen Bretonen zur „Hausarbeit“ ein, aufräumen, ist z.B. eine Aufgabe, die der Hund schnell lernen kann.

Mit einem Bretonen glänzen sie hundesportlich bei Agility, Flyball, Dogdance, Mantrailing, Dummyarbeit.

Wenn Sie sich vorstellen können, mit „Ihrem Bretonen" gemeinnützige Arbeit zu leisten, dann sollten Sie sich an Such- und Rettungshundestaffeln wenden. Auf Grund seiner außerordentlichen Nase eignet sich ein Bretone sehr zu diesem Job.

Sie müssen sich über eines im Klaren sein,  Sie nehmen einen Jagdhund zu sich, der Ihnen vielleicht das Leben auf der einen Seite nicht immer ganz einfach macht, auf der anderen Seite erhalten Sie einen freundlichen, hochintelligenten, witzigen, sportlichen Partner, der Ihnen und Sie ihm viele Jahre Freude machen wird.

Rassebeschreibung

Beim Epagneul Breton handelt es sich um den kleinsten FCI-anerkannte (Anmerkung: Noch kleiner als der Bretone ist der Epagneul St. Usuge,der aber leider bis heute keine FCI Anerkennung hat) und weitverbreitesten Vorstehhund überhaupt.

Die Bezeichnung Epagneul wird oft als Umwandlung des englischen Wortes Spaniel angesehen. Da es sich aber bei allen Epagneul keineswegs um Stöberhunde, sondern um Vorstehhunde handelt, ist die Erklärung, Epagneul würde vom französischen s’épagnir stammen, viel einleuchtender. Bevor die Schusswaffen erfunden wurden, wurde unter anderem auch mit Netzen gejagt. Der Hund begab sich dazu direkt vor dem Wild in Downlage und wurde genau wie das Wild mit einem Wurfnetz gebunden. Diese Downlage wurde früher als“epagnier“bezeichnet.

Die Herkunft des Bretonen ist nicht bekannt. Einige berufen sich auf den griechisch-römischen Reiseschriftsteller Opian der bereits um 200 nach Christi von kleinen bretonischen Jagdhunden, die sich aufgestöberten Hasen behutsam näherten, sie töteten und dem Jäger brachten, berichtete. Die Niederländer dagegen behaupten, dass dieser Hund auf das Kooikerhondje oder auf den Drentschen Patrijshond zurückgingen. Andere wiederum glauben, dass Zwergspaniels zu seinem Vorfahren zählen würden.

Jedenfalls repräsentiert der Epagneul Breton den Typ des langhaarigen, kleinen, meist rot-weißen Vogelhundes, der schon im Mittelalter bei Adel und reichen Bürgern äußerst beliebt war und auch auf zahlreichen Gemälden zu finden ist. Gaston Phoebus beschrieb bereits 1386 diesen Typ Hund als Chien D’Oysel. Diese Hunde waren im Mittelalter begehrte Helfer bei der Jagd mit dem Falken.

Ob der Bretone tatsächlich mit dem Welsh Springer Spaniel verwandt ist, sei dahingestellt. Fest steht jedenfalls, dass um das Jahr 1880 aus dem derben gedrungenen Arbeitstyp durch das mehr oder weniger zufällige Einzüchten von Settern der moderne Bretone entstand. In der damaligen Zeit war es für reiche britische Jäger durchaus üblich, zur Schnepfenjagd in die Bretagne zu reisen, dabei führten sie ihre hochspezialisierten Hunde nämlich Laverack Setter (English Setter) und Pointer mit. Diese wurden oftmals der Einfachheit halber und ab 1901 nicht zuletzt wegen der strengen Quarantänegesetze für die Wiedereinreise, bis zur nächsten Jagdsaison vor Ort in Pension gegeben. Dabei soll dann beim Vicomte de  Pontiac, einem English Setter Züchter zu einer Paarung zwischen einem Epagneul Breton Rüden und einer English Setter Hündin gekommen sein. Die orange-weißen Welpen, teils mit Stummelrute erwiesen sich später als ausgezeichnete Jagdhunde. Der Vicomte wandte sich begeistert diesen neuen Hunden zu, in denen sich im Idealmaß Robustheit und Jagdpassion des Ursprünglichen Bretonen, Suchstil, Vorstehveranlagung und nicht zuletzt die Eleganz des Setters vereinigten.

Eine Hündin aus diesem Wurf wurde schließlich zur Stammmutter der neuen Rasse und konnte anlässlich einer Hundeausstellung in Paris großes Aufsehen erregen. Auch der Gutsverwalter Enaud war von diesen Mischlingen so angetan, dass er sich deren Weiterzucht widmete. 1907 gründete er den „Club L’Epagneul Breton à courtequeue naturelle“, wobei die Stummelrute damals als Rassemerkmal zählte.

Zum Zeitpunkt des ersten Weltkrieges waren die Bretonen noch eine ziemlich uneinheitlich aussehende Rasse, es wurden auch je nach Linie wiederholt Pointer, English Setter oder Epagneul Francais eingekreuzt. Arthur Enaud bemühte sich um ein einheitlicheres Erscheinungbild dieser Rasse und kreuzte zu diesem Zwecke seine Bretonen mit der italienischen Bracke und der Braque Bourbonnais, da beide Rassen die von ihm bevorzugte orange –weiße Färbung vererbten. Im ersten Standard wurde dann auch nur eine braun- oder orange- weiße Färbung anerkannt. Noch heute ist die orange- weiße Variante des Bretonen die bekannteste. 1933 änderte sich der Standard dahingehend, dass sowohl Hunde mit angeborener Stummelrute, als auch kupierte Hunde, gleich zu bewerten wären. Erst 1956 wurden alle vorkommenden Farben anerkannt, nämlich orange-weiß, braun-weiß, schwarz-weiß und auch tricolor. In Deutschland wird der Epagneul Breton seit 1978 durch den von Friedrich Fährmann gegründeten Club für Bretonische Vorstehhunde vertreten. Zumindest hierzulande werden Welpen nur an Jäger und Falkner abgegeben, allerdings kommen in letzter Zeit immer mehr erwachsene Bretonen aus dem Ausland - hauptsächlich durch den Tierschutz - zu uns. Obwohl der Bretone sich großer Beliebtheit erfreut und auch einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hat, bewegen sich die jährlichen Eintragungszahlen  beim VDH mit 58 für 1996 und 44 für 2005 im unteren Bereich. In seinem Ursprungsland dagegen ist der Bretone bei den Jagdhunderassen mit mehreren tausend Einträgen jährlich die Nummer eins!

In den USA und in Großbritannien wird der Epagneul Breton nicht unter seinem Ursprungsnamen, sondern als Brittany Spaniel geführt.