Der Tierheim-Hund 1

Hinter einem Eisengitter sitzt ein Hund, 
er weint so bitter.... 
habt ihr mich denn ganz vergessen, 
ihr Menschen, die mich einst besessen? 

Wo seid ihr hin, ich kann´s nicht fassen, 
ihr habt mich hier... allein gelassen? 

Draußen kommt die finstre Nacht, 
habt ihr an meine Angst gedacht? 
Kälte schleicht durch alle Ritzen, 
nirgendwo ein warmes Kissen. 

Müde von dem langen Stehen, 
von dem Warten, von dem Sehen 
und vom Weinen, von dem Jammern, 
such' ich in der kalten Kammer
einen Platz, um aus zu ruh‘n. 

Um mich her sind andre Hunde, 
jeder ist für sich allein. 
Ängstlich heulen sie an Wände, 
gegen harten, kalten Stein. 

Blanker Stein, auf dem ich liege, 
feucht von meinem Seelenschmerz. 
Wo sind die Menschen, die ich liebe? 
Menschen...ohne Stein als Herz... 

Lange konnte ich nicht glauben, 
dass ihr mich wirklich nicht mehr wollt, 
bin immer hin und her gelaufen, 
hab geknurrt und hab gegrollt. 

Tagelang hab ich gewartet, 
kein Futter hab ich angerührt. 
Wochen...sind daraus geworden...! 
Von Euch - keiner zurückgekehrt! 

Lange hab ich überlegt, 
was habe ich euch nur getan? 
Sicher war es furchtbar schlimm, 
sonst hättet ihr das nicht getan! 

Draußen vor dem Eisengitter 
gehen viele, Tag für Tag, 
schauen oft zu mir herüber, 
aber keiner holt mich ab. 

Manchmal kommen Kinder, 
die spielen auch mit mir, 
doch wenn dann der Abend kommt - 
geh‘n sie heim und ich bleib hier! 

Traurig stehe ich am Gitter, 
wedle freundlich jedem zu 
wer mich anschaut... 
kommt nicht wieder, 
egal, ob ich noch wedeln tu'... 

Lange Zeit ist schon vergangen... 
ich fühle nicht mehr diesen Schmerz 
irgendwann hab ich vergessen 
wie er war, 
DER MENSCH MIT HERZ...!